Pokalfinale 2011

VfB Hohenleipisch 1912 (LL-Süd) – SV Babelsberg 03 (3. BL) 0:3 (0:0)
Der ganz große Wurf wurde es für die Hohenleipischer im Pokalfinale nicht, aber das erhoffte Fußballfest allemal. Anders als im DFB-Pokal Tags zuvor bot der Außenseiter dem haushohen Favoriten eine ganze Halbzeit stark Paroli und präsentierte einen würdigen Abschied aus einer sensationellen Pokalsaison. „Am Ende siegte die Normalität, aber wir sind unheimlich stolz auf den Finaleinzug“, so formulierte es VfB-Coach Henrik Pohlenz anschließend. Mit dem torlosen Pausenstand konnten die knapp 1.500 Zuschauer sogar noch auf die Sensation hoffen, denn die Platzbesitzer hielten in der Defensive gut dagegen, standen ordentlich gestaffelt und Babelsberg glänzte nicht gerade mit Ideenreichtum, hatte vor dem Tor bestenfalls zwei Halbchancen. Mit etwas Glück hätten die Einheimischen sogar in Führung gehen können, denn SV-Tormann Marian Unger kratzte einen wuchtigen 25-Meter-Freistoß von Daniel Gutsche noch aus dem Winkel (36.). „Wenn er auf die andere Seite zieht, sieht es schlecht für mich aus“, meinte der Keeper zu dieser Szene. Die anschließende Ecke war vielleicht sogar eine noch bessere Möglichkeit, allerdings sprang Torsten Schollbachs Aufsetzerkopfball über die Latte. Beifall gab es dennoch und überhaupt präsentierten sich die Hohenleipischer Fans in bester Verfassung. Szenenapplaus, Fußball-Sprechgesänge, faire Anfeuerung im weiten Rund – so muss es beim Fußball sein und nicht nur die zahlreichen Ehrengäste konnten eine tolle Final-Atmosphäre genießen. Dazu zählte sicher auch die Vorführung des Sportensembles Elsterwerda in der Halbzeitpause. Sportakrobatik vom Feinsten, Dynamik und eine ausgefeilte Choreographie wurden beifallsstark honoriert.
Mit seinen Feldvorteilen konnte der Drittligist derweil kaum etwas anfangen und ging trotzdem kurz nach der Pause durch Nicolas Hebisch eher glücklich in Führung (49.). Mit dem 0:2 nur zwei Minuten später – wieder über rechts, wieder durch Hebisch – waren die Weichen dann doch gestellt. Der Ball rollte jetzt besser bei den Blauen und ihr Trainer Dietmar Demuth konnte etwas entspannter sitzen, nachdem er im ersten Durchgang mehr an der Linie zu dirigieren hatte. Hohenleipisch kämpfte wacker weiter, nach vorn blieb es jedoch bei sporadischen Aktionen, zumal die Hitze und die vierte englische Woche nacheinander für den VfB ihren Tribut forderten. Mit einem Flachschuss markierte der eingewechselte Anton Müller den Endstand (84.) und machte den Pokalsieg fest. Der ging natürlich in Ordnung, was alle, auf dem Rasen und auf den Rängen anerkannten.
Faires Shake-Hands zwischen beiden Mannschaften und dem Schieri-Kollektiv nach dem Schlusspfiff war die Eröffnung für die Siegerehrung. Nachdem die Hohenleipischer aus den Händen von FLB-Präsident Siegfried Kirschen den „kleinen“ Pokal und ihre Silbermedaillen überreicht bekommen hatten, standen sie Spalier für den Pokalsieger. Die Babelsberger genossen den Glücksmoment natürlich, aber bei den Hohenleipischern war von Niedergeschlagenheit keine Spur zu erkennen. Dafür hatten sie zu viel erreicht und die ganze Fußballregion Süd-Brandenburg als Landesligist mehr als würdig vertreten. Dafür fand FLB-Präsident Siegfried Kischen in der anschließenden, von Silke Wentingmann-Kovarik moderierten Pressekonferenz auch lobende Worte, wie er sich beim VfB Hohenleipisch und seinen vielen Helfern für die tadellose Ausrichtung des Pokal-Finales bedankte. „Was hier im Umfeld innerhalb von drei Tagen auf die Beine gestellt wurde, ist beeindruckend und ihre Mannschaft hat das mit einer ebensolchen beeindruckenden Leistung belohnt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen“ Zugleich entschuldigte sich Kirschen für die Terminenge, die es so nicht noch einmal geben solle. Glückwünsche gingen natürlich an den verdienten Pokalgewinner und dessen Trainer Dietmar Demuth. Der gab in seinem Statement zuerst ein Kompliment an den Gastgeber. „Danke auch für ein faires und ordentliches Spiel.“ so der SVB-Coach, der mit seiner Elf in der ersten Hälfte unzufrieden war. „Man sieht, was passiert, wenn man als höherklassiger Mannschaft nicht 100 Prozent gibt. Zum Glück sind wir nach dem Wechsel schnell in Führung gegangen.“ Er sei froh, dass diese lange Saison nun vorbei sei, die Spieler brauchten dringend ihren Urlaub, schloss Demuth, wünschte den VfB auf seinem Weg noch alles Gute. Als Dritter im Bunde betonte VfB-Trainer Henrik Pohlenz, dass die Freude über das Endspiel im Vordergrund stünde. „Wir feiern den Finaleinzug und das 0:3 macht das auch nicht kaputt.“ Und die VfB- Pokalhelden konnte er nur loben „Was meine Spieler nicht nur heute, wo sie besonders in der Defensive sehr gut dagegen gehalten haben, sondern in den zurückliegenden Wochen im Mittwoch-Samstag-Rhythmus, quasi von Highlight zu Highlight geleistet haben, verdient höchsten Respekt.“ Recht hat er und hofft, dass sich mit diesem Endspiel der Verein stellvertretend für die gesamte Fußballregion sicher Anerkennung verschafft habe. Auch er beglückwünschte den SVB zum Pokalsieg und wünschte den Filmstädtern viel Erfolg im DFB-Pokal.
Bereits kommenden Mittwoch um 19.00 Uhr geht der Liga-Alltag für die Mannschaft von Henrik Pohlenz weiter, wenn Briesen zum Nachholspiel anreist. Der dritte Platz in der Abschlusstabelle ist zwar sicher, aber nach dem Vizetitel im Pokal wollen die VfB-Kicker jetzt auch den Vizetitel in der Meisterschaft.