FSV Brieske-Senftenberg – VfB Hohenleipisch 1912 1:4

Nach den beiden Pokalspielen der Vorwochen konnte der VfB in Senftenberg zum 3. Mal in Folge mit der gleichen Startelf auflaufen, was beste Voraussetzungen für ein mannschaftlich geschlossenes Auftreten bot.

Tore: 1:0 Jeng (30.), 1:1 P. Werner (34.), 1:2 Preibisch (36.), 1:3 C. Jentzsch (88.), 1:4 Walter (89.).
Schiedsrichter: Peter Wickfeld (Annahütte)
Zuschauer: 152
Brieske: Ehrlich, Bubner (GK, 56. John), Schmidt, Jautze, Schumann, Heine, Schurig, Jeng (GK, 61. Hildebrandt), Klotz (70. Schulze), Rietschel (GK), Malinski.
VfB: Kotte, Mitternacht, Rink, Nemitz, Wenzel (GK), Pospischil, Gutsche (77. Stern), Jentzsch, Preibisch (88. Walter), P. Werner, Vetter (90. Janke).

Brieske ging zu Beginn selbstbewusst in die Partie und lief die Hohenleipischer Defensivreihen gleich hoch an, um ein geordnetes Aufbauspiel der Gäste zu verhindern. In dieser Anfangsphase des Spiels hatten die Knappen leichte Feldvorteile, jedoch keine gefährlichen Abschlüsse. Und doch stand es nach einer halben Stunde 1:0. Nach langem, eigentlich ungefährlichem Flachpass in Richtung Gästekeeper kam es nach Abstimmungsproblemen in der VfB Abwehr zum Pressschlag zwischen Max Kotte im VfB Tor und Brieskes Angreifer Jeng. Der Abpraller rollte in Richtung leeres VfB-Tor und Jeng schob in der 30. Min. zur Führung der Gastgeber ein. Angetrieben von Kapitän Sascha Gutsche blieb Hohenleipisch nach diesem Fehler konzentriert und willensstark. Nur vier Minuten nach dem Rückstand schloss Paul Werner vom rechten Strafraumeck, überlegt per Flachschuss zum 1:1 ab. Vorausgegangen war eine Dreier-Passstafette von der linken Außenlinie über Valentin Vetter, den sehr fleißigen Erik Pospischil und Calvin Jentzsch, der am Ende mit Außenrist auf Werner abgelegt hatte. VfB Trainer Lars Richter anschließend: „Das 1:1 kam für uns schnell und genau zur richtigen Zeit.“ Die Hohenleipischer, mit sichtlich starker Körpersprache, blieben nun dran und erzwangen nur kurz danach einen Eckball, den Julian Nemitz klasse in den Rückraum köpfte. Technisch anspruchsvoll netzte Justin Preibisch den Nemitz-Ableger per Dropkick mittig in die Maschen. Der anschließende Torjubel ging geschlossen zur VfB-Bank, wo Startelf, Wechselspieler, Trainer und Betreuerstab ausgelassen jubelten. Sinnbildlich für den starken Zusammenhalt im Verein und die gelungene Integration der neuen Spieler. Justin Preibisch nach dem Spiel zu seinem ersten Pflichtspieltreffer: „Ich habe mich extrem gefreut der Mannschaft etwas zurückzugeben dafür, dass ich so gut aufgenommen und unterstützt wurde“. Damit war das Spiel gedreht und mit dem Spielstand von 1:2 ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gäste mit der Führung im Rücken weiter sicher und selbstbewusst. Brieske, mit etwas mehr Ballbesitz, lief regelmäßig auf den kompakten Defensivverbund um Sascha Gutsche im Mittelfeld und die sichere Innenverteidigung Luca Mitternacht / Christoph Wenzel auf. Auch außen ließen Tommy Rink und Julian Nemitz keinen Platz mehr. In der 65. Min gab es dann laute Aufregung auf und neben dem Platz. Calvin Jentzsch stocherte im VfB-Strafraum einen Ball aus dem Gemenge zurück zu Torwart Kotte. Dieser nahm den Ball auf und der ruhig agierende Schiedsrichter Peter Wickfeld entschied auf indirekten Freistoß, fünf Meter vor dem Gästegehäuse. 11 Hohenleipischer auf der Torlinie erwarteten den Schuss von Schmidt und hatten das nötige Glück in dieser Situation. Der Briesker Angreifer setzte den Schuss scharf in den roten Pulk und der Ball prallte zur Ecke ab. Hitzig und körperbetont ging es in dieser Phase des Spiels beidseitig zu, wobei es zu keiner Zeit unfair wurde. Die Hohenleipischer spielten nach Ballgewinn immer wieder schnell und geradlinig nach vorn. Wurde Gutsche rechts außen kurz zuvor noch vom starken Rietschel regelwidrig abgeräumt (gelb), so war Preibisch in der 70. Min. nach Pass von Werner frei vor Keeper Ehrlich. Der Briesker Schlussmann parierte mit sehenswerter Reaktion. Die Knappen rückten nun noch weiter auf und erhöhten den Offensivdruck. Hohenleipisch lauerte derweil auf Ballgewinne und Kontersituationen.  Eine solche Situation führte zum 1:3 für die Gäste in der 88. Min.. Nach Balleroberung von Wenzel passte dieser zu Werner, der den links startenden Vetter bediente. Der Angreifer zog geradlinig in den 16er, verzögerte clever und passte quer zum heraneilenden Jentzsch, der den Ball über die Linie drückte und sich für sein laufstarkes Spiel belohnte. Mit dem 3:1 war das Spiel sichtlich entschieden. Und nur eine Minute später war es wiederum Vetter, der nach Ballgewinn von links außen nach rechts in den Strafraum an zwei Verteidigern vorbei ging. Sein Flachschuss wurde vom Briesker Innenverteidiger Malinski geblockt, doch der Abpraller landete beim mitlaufenden, 17 Jahre alten David Walther. Schneller schaltend als die desorientierte Knappen- Verteidigung schob der Landesliga-Neuling per Innenseite sicher zum 4:1 Endstand ein.

Die VfB`er setzten sich am Ende sehenswert und verdient gegen den Ligakonkurrenten aus Senftenberg durch. Dabei war der Mannschaftsverbund der Gäste einschließlich der sehr guten Wechsler Benjamin Stern, David Walther und Paul Janke der Schlüssel zum Auswärtssieg. Zwei Neuzugänge des VfB haben dabei ihren ersten Liga-Treffer im VfB-Trikot erzielen können. Die Mannschaft widmet diesen Erfolg Teamkollege Steven Erken, der mit erneuter Verletzung längerfristig ausfallen und schwer vermisst wird.

In der kommenden Woche spielt der VfB zu Hause gegen den Aufsteiger aus Rehfelde. Bekanntlich startet das Spiel bei 0:0.

Bericht: Lutz Jakob