Kolkwitzer SV – VfB Hohenleipisch 1912 5:1 (1:0)

Tore: 1:0 Jäkel (43.), 2:0, 3:0 Fingas (64. FE, 74.), 3:1 Walter (80.), 4:1 Streich (86.), 5:1 Fingas (88.)
Schiedsrichter: Max Stramke (Elsterheide)
Zuschauer: 83
KSV: Waltschew, Werner (38. Streich), Specht (85. Lehnik), Zelder, Kaiser, Goertz, Machate (74. Forstreuter), Jäkel (85. Hahn), Jurischka, Fingas, Schulze.
VfB: Kotte, Mitternacht, St. Lischka (GK), Pospischil, Nemitz (GK, 56. Th. Lischka), Wenzel, Otto (GK, 66. Walter), Jentzsch, Vetter (GK), Roigk, P. Werner.
Bericht: Lutz Jakob

VfB verabschiedet sich mit erneuter Auswärtsniederlage in den Lockdown
Die Hohenleipischer hatten sich viel vorgenommen in Kolkwitz, wollten sich unbedingt mit einem Erfolgserlebnis in die neuerliche Corona Pause verabschieden und das Spiel begann auch recht vielversprechend. In der zehnten Minute adressierte Valentin Vetter den Ball mit einem schönen Schrägschuss in Richtung des Kastens der Gastgeber. Doch der Kolkwitzer Torwart hielt sicher. Nur zwei Minuten später spielte David Otto eine Ecke flach in den Rückraum auf Erik Pospischil und der nahm den Ball direkt. Doch der Kolkwitzer Torwart Robert Waltschew hielt erneut bravourös, so wie er während der ganzen Partie nicht den Hauch einer Unsicherheit zeigte, auch ein Grund für das spätere Ergebnis. Aber auch VfB Keeper Max Kotte war gut drauf. Bei der ersten Chance von Kolkwitz hielt er aus Nahdistanz mit tollem Reflex. Auf der anderen Seite setzte Paul Werner, nach dem bis dahin besten Angriffszug der Gäste, den Ball per Kopf auf die Oberkante der Latte. Und nach einer halben Stunde kratzte Waltschew einen Flachschuss des erstmals diese Saison wieder im VfB Aufgebot stehenden Stephan Lischka aus der rechten unteren Torecke.

Einerseits sah es zu diesem Zeitpunkt so aus, als ginge hier etwas für den VfB. Andererseits war aber auch zu sehen, dass die Viererkette mehrfach anfällig gegen flach und steil in die Spitze gespielte Kolkwitzer Bälle war, weil die Abstimmung zwischen der Kette und vor allem auch zum Mittelfeld nicht passte. Und einer dieser Angriffe führte zur Führung des Gastgebers in der 43.min. Einen Ball in die Schnittstelle der VfB Abwehrkette vollendete Jäckel mit einem Heber über den sich vor den Schützen werfenden VfB Torwart. Und Kotte stand unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff nochmal im Mittelpunkt. Mit einer Klasse Fußabwehr verhinderte er einen höheren Rückstand des VfB.
Nach der Pause begannen die Hohenleipischer vielversprechend. Nach zweimal Doppelpass war Michael Roigk links freigespielt, doch der Ball rutschte ihm beim Schuss über den Stiefel seines schwächeren Fußes. Die beste Chance zum Ausgleich hatte kurz danach David Otto, der halbrechts frei vorm Kolkwitzer Torwart stand, den Ball aber aus spitzem Winkel nicht unterbrachte. Ein Rückpass auf den in der Mitte frei stehenden Vetter wäre vielleicht die bessere Option gewesen. In der 64. min. dann eine spielentscheidende Szene. An der Hohenleipischer Strafraumkante, wohl auch eher knapp außerhalb, wurde ein Kolkwitzer gefoult. Danach sprang der Ball über mehrere Umwege zu einem Mitspieler, der es fertigbrachte, am leeren Tor vorbei zu schießen. Schieri Stramke hatte den Vorteil angezeigt. Warum er dann fast 20 Sekunden später nachträglich Elfmeter gab, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Auf jeden Fall eine sehr eigenartige Regelauslegung. Nach dem Spiel auf diese Entscheidung angesprochen, sagte Max Stramke: “Ja da kann ich Euren Unmut verstehen, das würde ich vielleicht im Nachhinein nicht nochmal so machen“. Naja, für diese ehrliche Antwort konnten sich die Hohenleipischer letztendlich auch nichts kaufen. Torjäger Marc Fingas war das alles egal, er erhöhte vom Punkt auf 2:0. Danach hatten die Gäste noch einmal eine gute Phase, nur am Sechzehner war meist Schluss. Und spätestens mit dem 3:0, wieder durch Fingas nach einem schnellen Konter, war die Partie entschieden. Da half auch der Treffer zum 3:1 durch Youngster David Walther nichts. Der verwandelte halbhoch aus zehn Metern ein Anspiel von Otto.

Dass man dann in den letzten fünf Minuten noch zwei Treffer hinnehmen musste und mit 1:5 baden ging und mit dieser Pleite in die lange Pause gehen muss, war für alle anschließend deprimierend: Spieler, Trainer und mitgereiste Fans. Vielleicht kommt die längere Pause aber auch zur rechten Zeit, um sich neu zu sammeln und sich auf alte Stärken und Tugenden des VfB zu besinnen – unbedingter Wille aller Spieler, hohe Laufbereitschaft und gegenseitige Unterstützung auf dem Spielfeld. Nur mit spielerisch ansprechenden Leistungen wird man in dieser Liga vom unteren Tabellendrittel, in dem man nun angekommen ist, nicht wegkommen. Das hat das Spiel in Kolkwitz gegen einen nicht übermächtigen Gegner gezeigt.