VfB Hohenleipisch 1912 – SG Phönix Wildau 4:2

Hohenleipisch mit wichtigem Dreier

Einen ganz wichtigen Heimsieg fuhren die Hohenleipischer gegen Wildau ein. Dabei zeigte die VfB-Elf nicht zum ersten Mal zwei Gesichter. In der ersten Halbzeit klar dominierend, sicher und verdient führend, war Wildau in der zweiten Halbzeit deutlich mehr am Drücker und kam mit dem 3:2 zum Anschluss. Die letztlich einzig wirklich zwingende VfB-Aktion, willensstark vorgetragen, führte schließlich in der Nachspielzeit zum Siegtreffer und beendete das Zittern beim Gastgeber, wodurch der VfB an Wildau in der Tabelle vorbei rückt.

Die Gastgeber rannten vom Anpfiff weg in Richtung Phönix-Kasten und gingen mit der zweiten Chance in Führung. Angriff über links, Seitenwechsel, Flanke und Paul Werner vollendete mit seinem fünften Saisontreffer per Kopf (9.). Wenig später musste Gäste-Keeper Braun gegen Walter im letzten Moment retten. Die Wildauer hatten sich Mitte der ersten Hälfte etwas besser auf den VfB eingestellt, kamen vorn aber überhaupt nicht durch, anders als Hohenleipisch, das die Partie im Griff hatte. Pospischil und Walter scheiterten mit wuchtigen Schüssen an Braun(33., 36.), und Bischof konnte unter Bedrängnis den Tormann-Abpraller nicht über die Linie bringen. Dafür erhöhte Otto souverän vom Punkt (38.), nachdem Werner vom Schlussmann nur per Foul gestoppt werden konnte. Freilich beteuerte Braun, nur dagestanden zu haben, jedoch brachte er den heranstürmenden Werner mit den Arm an dessen Hals zu Fall. Allemal verdient die VfB-Führung, die sie sich die mit dem super herausgespielten 3:0 noch komfortabler ausbauten. Der Tormann konnte Walters Ball nur nach vorn abwehren und Otto netzte aus vollem Lauf direkt zum Doppelpack ein (42.).

Diesmal sollten sich die Platzherren die Drei-Tore-Halbzeit-Führung doch nicht wieder streitig machen sollen, oder? Und doch wurde es Mitte der zweiten Hälfte wieder eng, denn es spielten nach dem Wechsel fast nur noch die Wildauer, die sich beinahe alle Bälle von den Platzherren zurückholten. Hatte Walter gerade noch knapp am langen Pfosten vorbeigeschossen (56.), traf Wiechert zwei Minuten später vollkommen frei für die Gäste. Spätestens mit der vergebenen Groß-Chance von Paul Werner, der nach Konter seinen Heber nicht am Keeper vorbeibringen konnte, taten sich bedrohliche Parallelen zum Spiel gegen Schlieben auf. Immer wieder Ecken und Freistöße für Wildau und damit meist brenzlige Situationen am und im VfB-Strafraum, wo schließlich erneut Wiechert diesmal zum Anschlusstor traf (67.). In der Folge kam Hohenleipisch aus dem Defensivmodus kaum heraus, allerdings verlor die VfB-Elf diesmal nicht den Kopf und stemmte sich dagegen, versuchte in den letzten Minuten Konter zu setzen. Die von Schieri Patrick Franke angezeigte dreiminütige Nachspielzeit war fast um, als der beste VfB-Angriff im zweiten Abschnitt zum Endstand führte. Ganz klar auch ein Tor des Willens, von Rink klasse abgeschlossen, der damit alle Zweifel am zweiten Hohenleipischer Heim-Sieg beseitigte. Der sollte für das schwer Auswärtsspiel beim Tabellen-Zweiten mit der stärksten Offensive der Liga durchaus mehr Selbstvertrauen geben.
Tore: 1:0 P. Werner (9.), 2:0, 3:0 Otto (38. FE, 42.), 3:1, 3:2 Wiechert (58., 67.), 4:2 Rink (90+2.)
VfB:
Kotte, Jentzsch, Nemitz, Bischof (GK), Gutsche, Rink, Otto (71. Erken, GK), Pospischil, Roigk (86. T. Lehmann), Walter (71. Vogt), P. Werner (GGK).
Wildau:
Braun (GK), Kalmuczak (75. Omrane), Babinowsky, Wiechert, Müller, Seppelt (82. Schmidt), Neumann, Brendel, Ganowsky, Bolduan, Wieczorek.
Schiedsrichter: Patrick Franke (Beelitz)
Assistenten: David Preibisch (Bad Liebenwerda) Nico Birnbaum (Prösen).
Zuschauer: 111
Bericht: Frank Thiemig
Bilder: E. Jurowski und F. Thiemig
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Bilder von F. Thiemig

Bilder von E. Jurowski