VfB Hohenleipisch 1912 – TSV 1878 Schlieben 3:3

Hohenleipisch verschenkt den Sieg

Es wurde wieder nichts mit dem ersten Saisonsieg für die Hohenleipischer, obwohl es bis zehn Minuten vor Schluss mit einer ungefährdeten 3:0-Führung ganz klar danach aussah. Die VfB-Elf bestimmte die Partie von Anfang an, versäumte es aber schon zur Pause viel deutlicher zu führen. Nach einer guten Stunde in Unterzahl geraten – eine kaum nachvollziehbare Entscheidung – ließen die Platzherren aber völlig unverständlich an Spannung nach, machten unerklärliche Fehler und waren am Ende ohne Ordnung. Schließlich war es VfB-Keeper Ach zu verdanken, dass die Einheimischen nicht komplett leer ausgingen, denn Schlieben hatte in den Schlussminuten sogar noch Siegmöglichkeiten, scheiterte aber dreimal am glänzend reagierenden Keeper.

Das Spiel begann ohne Abtastphase und bereits nach fünf Minuten hatten die Platzherren zwei Riesenmöglichkeiten ausgelassen, während Schliebens Robert Dehne mit der einzigen, aber exzellente TSV-Chance in Halbzeit eins am hervorragend reagierenden Hohenleipischer Schlussmann Ach scheiterte (8.).

Nach dem 1:0 (22.) durch Paul Werners Kopfball offenbarte sich eine derzeitige VfB-Schwäche, denn spielerische Überlegenheit konnte wieder nicht in Tore umgemünzt werden und man hätte sofort durch Walter und Werner nachlegen können. Ottos Freistoß an die Latte und die vergebenen Nachschüsse untermauerten dies.

Schlieben fand nach vorn bislang im Grunde nicht statt, legte aber nach der Pause etwas forscher los und kam zu zwei Abschlüssen. Mit einem sehenswerten Treffer zum 2:0 durch Gutsche (50.) und dem 3:0 durch Otto schien das Spiel aber nach einer Stunde entschieden, zumal Werner kurz darauf noch die Großchance ausließ. Es folgte besagter Feldverweis und die Schliebener meldeten sich mit einem Lattentreffer nach Ecke (76.) zurück. Es war der Beginn einer aus VfB-Sicht katastrophalen Schlussphase, gespickt mit individuellen Fehlern im Feld. Das 3:1 durch einen Heber von TSV-Kapitän Drößig (79.) war ärgerlich aus VfB-Sicht, aber was sollte denn noch passieren? Das beantworteten die Gäste mit zwei weiteren Treffern in kürzester Folge gegen eine inzwischen desolate VfB-Mannschaft.

Am Ende hatten sich der TSV den Punkt mit seiner Moral verdient, während die VfB-Kicker sich vorwerfen lassen müssen, spätestens nach dem ersten Gegentor die Ordnung komplett verloren zu haben, nicht wacher, konsequenter und auch engagierter aufgetreten zu sein.   (ft)

Tore:
1:0 P. Werner (21.), 2:0 Gutsche (49.)., 3:0 Otto (60.), 3:1 M. Drößigk (79.), 3:2 M. Knuppe (80.), 3:3 Schneider (83.)
Schiedsrichter: Justin Zech (Cottbus)
Assistenten: Thomas Baumann (Guteborn) und Stefan Effenberger (Zeischa)
Zuschauer: 167
VfB: Ach, Weiße (RK, 65.), Mitternacht, Nemitz, Otto (73. Janke), Rink, Jentzsch, P. Werner, Walter (73. Lehmann), Roigk (GK), Gutsche.
TSV: A. Dehne, A. Wojenmaster, Weinert, T. Knuppe (GK, 70. Jäschke), R. Dehne, Drößigk, C. Wojenmaster, (70. Brzoza), Winkler, Schneider, M. Knuppe (GK), Jonas.
Bilder: F. Thiemig und E. Jurowski